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Leitlinien

"Data Policies" sind Richtlinien zum Umgang mit wissenschaftlichen Daten. Sie werden weltweit durch Forschungseinrichtungen, Zuwendungsgeber, wissenschaftspolitische Gremien oder Verlage formuliert und gewinnen zunehmend an Bedeutung.

KIT-Leitlinien

Die Leitlinien zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Forschungsdatenmanagement am KIT ("Leitlinien") wurden am 17. Oktober 2016 von Senat und Präsidium des KIT verabschiedet. Englische Version

Das KIT hat Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis im Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  beschlossen.

Die Regeln gründen auf einer über lange Zeit gewachsenen zuverlässigen Praxis an den Vorgängerinstitutionen des KIT, dem Forschungszentrum Karlsruhe GmbH und der Universität Karlsruhe (TH), und auf qualitätssichernden Standards. In Abschnitt A6 "Aufbewahrung von Primärdaten" werden Vorgaben gemacht über Verfügbarmachung und zeitlichen Umfang der Speicherung von Forschungsdaten.

Die Richtlinien orientieren sich vor allem an den Vorschlägen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft  und der Helmholtz-Gemeinschaft sowie an Empfehlungen anderer Organisationen aus den Bereichen Wissenschaft und Hochschulen.

Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am 10.11.2015: Wie Hochschulleitungen die Entwicklung des Forschungsdatenmanagements steuern können. Orientierungspfade, Handlungsoptionen, Szenarien
Die HRK sieht aufgrund der Vielzahl der Akteure im FDM einen dringenden Bedarf an Koordination und Abstimmung zwischen den Hochschulen beim Aufbau eines länderübergreifenden und international kompatiblen FDM. (ex www.hrk.de)

 

 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bündelt mit ihren am 6. Oktober 2015 verabschiedeten Leitlinien  zum Umgang mit Forschungsdaten die bereits bestehenden Leitlinien und Empfehlungen für die Antragstellung. Die DFG ruft Antragsteller dazu auf, bereits in der Projektplanungsphase ein Konzept zu entwickeln, wie die aus einem Vorhaben resultierenden Forschungsdaten langfristig gesichert und von Fachkollegen nachgenutzt werden können. Dies ist den drei Handlungsfeldern

  1. „Projektplanung und Antragsstellung“,
  2. „Bereitstellung“ und
  3. „Langfristige Sicherung“

beschrieben.

Einige Handlungsempfehlungen:

DFG 2014: Appell zur Nutzung offener Lizenzen in der Wissenschaft
Forschungsdaten sind, anders als Textpublikationen, in vielen Fällen nicht urheberrechtlich geschützt. Im europäischen Rechtsraum können jedoch Datenbankschutzrechte anstelle beziehungsweise als Ergänzung von Urheberrechten wirksam werden und eine Nachnutzung erschweren.
In einem am 20. November 2014 veröffentlichten Appell zur Nutzung offener Lizenzen in der Wissenschaft empfiehlt die DFG, mit der Vergabe einer offenen Lizenz die möglichst umfassende Nutzung wissenschaftlicher Inhalte rechtsverbindlich abzusichern.

DFG-Vordruck 50.06 –10/17: Merkblatt Sonderforschungsbereiche
„In einem Sonderforschungsbereich dient ein Teilprojekt Informationsinfrastruktur vor allem dem systematischen und auf langfristige Nutzung angelegten Management der im Kontext des Sonderforschungsbereichs erhobenen relevanten Daten. Ein auf diese Daten bezogener Einsatz sowie die Erprobung oder Entwicklung virtueller wissenschaftlicher Kommunikationsformen ist ebenfalls möglich. Es können die Entwicklung und Umsetzung eines Konzeptes sowie die Bereitstellung einer dafür notwendigen leistungsfähigen Informationsinfrastruktur gefördert werden.“… “Ein Teilprojekt zur Informationsinfrastruktur kann im Rahmen der Antragstellung für einen Sonderforschungsbereich vorgesehen werden. Die für das Projekt notwendigen Mittel können mit dem Basismodul (siehe Kapitel II) beantragt werden. In der Regel sollte die Teilprojektleitung übernommen werden von einer Wissenschaftlerin oder einem Wissenschaftler und gleichzeitig von einer weiteren Person, die im Bereich der Informationsinfrastruktur verantwortlich beschäftigt ist (z.B. aus der Universitätsbibliothek oder dem Universitätsrechenzentrum der antragstellenden Hochschule).“

DFG-Vordruck 54.01-01/18: Leitfaden für Antragsteller - Projektanträge
"Wenn aus Projektmitteln systematisch (Mess-)Daten erhoben werden, die für die Nachnutzung geeignet sind, legen Sie bitte dar, welche Maßnahmen ergriffen wurden bzw. während der Laufzeit des Projektes getroffen werden, um die Daten nachhaltig zu sichern und ggf. für eine erneute Nutzung bereit zu stellen. Bitte berücksichtigen Sie dabei auch - sofern vorhanden - die in Ihrer Fachdisziplin existierenden Standards und die Angebote bestehender Datenrepositorien."

 

 

Die Ressource Information besser nutzbar machen!
Von der Mitgliederversammlung der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) und vom AK Open Science wurde am 22.09.2016 ein Positionspapier zum Umgang mit Forschungsdaten verabschiedet.

Open-Access-Richtlinie der Helmholtz-Gemeinschaft, 2016
Die Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft hat am 7. April 2016 eine neue Open-Access-Richtlinie verabschiedet

 

 

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hat Empfehlungen zum Datenmanagement entwickelt, die eine optimale Nachnutzung von Daten ermöglichen und dem Ideal einer transparenten Wissenschaft verpflichtet sind - ein Ideal, das Kooperation fördert und die Nachprüfbarkeit von Forschungsergebnissen erleichtert

 

 

Forschungsdatenmanagment in den Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften : Orientierungshilfen für die Beantragung und Begutachtung datengenerierender und datennutzender Forschungsprojekte / Herausgeber: Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten. - Berlin, 2016. 18 Seiten. Online zugänglich unter: https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_Output3_Forschungsdatenmanagement.pdf        

Europäische Union (EU) 2011: Das Achte Forschungsrahmenprogramm - Horizon 2020

Vorschlag für Verordnung des europäischen Parlaments und des Rates über die Regeln für die Beteiligung am Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020" (2014-2020) sowie für die Verbreitung der Ergebnisse.
Artikel 40 Abs. 2: "Hinsichtlich der Verbreitung anderer Ergebnisse, zum Beispiel von Forschungsdaten, können in der Finanzhilfevereinbarung die Bedingungen festgelegt werden, unter denen ein freier Zugang zu diesen Ergebnissen gewährt wird, insbesondere im Bereich der ERC-Pionierforschung oder in anderen entsprechenden Bereichen."

 

Pilot on Open Research Data in Horizon 2020

Ein Pilotprojekt für offene Forschungsdaten, das im Rahmen von „Horizont 2020“ durchgeführt wird, soll dazu beitragen, dass wertvolle Daten, die durch die Arbeit der Forscher in vielen von der EU geförderten Projekten entstehen, frei zugänglich gemacht werden. Forscher, die sich an dem Pilotprojekt beteiligen, werden dazu aufgefordert, die Grunddaten, die zur Reproduktion der in wissenschaftlichen Veröffentlichungen vorgestellten Ergebnisse nötig sind, sowie sonstige wissenschaftliche Informationen aus ihren Projekten anderen Forschern, Partnern aus innovativen Industriezweigen und Bürgern zur weiteren Nutzung zur Verfügung zu stellen.
Das Pilotprojekt bezieht sich auf wichtige Bereiche des Programms „Horizont 2020“:

  • Future and Emerging Technologies
  • Research infrastructures – part e-Infrastructures
  • Leadership in enabling and industrial technologies – Information and Communication Technologies
  • Societal Challenge: Secure, Clean and Efficient Energy – part Smart cities and communities
  • Societal Challenge: Climate Action, Environment, Resource Efficiency and Raw materials – except raw materials
  • Societal Challenge: Europe in a changing world – inclusive, innovative and reflective Societies
  • Science with and for Society

Einzelne Projekte können aus dem Projekt ausscheiden, wenn dies zum Schutz des geistigen Eigentums oder personenbezogener Daten nötig ist, wenn Sicherheitsbedenken bestehen oder wenn das Hauptziel der Forschungsarbeiten durch den offenen Zugang gefährdet würde („opt out“). Projekte aus anderen Bereichen können auf freiwilliger Basis am Pilotprojekt teilnehmen („opt in“).
Welche Daten betrifft es?

  • Daten, die einer wissenschaftlichen Publikaktion zugeordnet sind, welche im Rahmen eines EU-Projektes entstanden ist
  • Andere Daten, die im Datenmanagementplan spezifiziert sind

Aus: Leitlinien für das Datenmanagement in „Horizont 2020  “ 

 

United Kingdom   


USA (NSF) 

Nature

Guidance for authors:
"All manuscripts reporting original research must include a data availability statement. [...]"

Editorial and publishing policies:
"Sharing data sets: A condition of publication in Scientific Reports is that authors are required to make materials, data and associated protocols promptly available to others without preconditions. Data sets must be made freely available to readers from the date of publication, and must be provided to Editorial Board Members and peer-reviewers at submission, for the purposes of evaluating the manuscript.[...]"

 

Weitere Beispiele

Eine Übersicht über weitere Journal Policies finden finden Sie unter forschungsdaten.org